Website: www.simonhuber.ch
Arbeitsort, wenn nicht gerade unterwegs: Bern / Bremgarten
Tätigkeitsfelder: DOP für Spiel- und Dokumentarfilme, Serienformate, Werbung und Musikclips. Produzent, Konzepter, Regisseur, DOP und Fotograf für Socialmarketing-Kampagnen für NGO’s rund um die Welt.

Erzähle von einem Projekt an das du dich heute noch erinnerst, oder wo du aktuell gerade dran bist.

2018 durfte ich zusammen mit Juri Steinhart (Regie) und Jürg Kallen/Habegger (Produktion) in Porto einen interaktiven Werbespot für die FIFA-Fussballweltmeisterschaft in Russland drehen. Im Film duellieren sich vier FIFA-Legenden in einer Sportbar am Tischfussball-Kasten. In den TV-Geräten der Bar läuft Fussball, und die Gäste merken bald, dass in der Tischfussball-Partie die identischen, legendären Spielzüge gespielt werden, die auch gerade auf den TV-Geräten der Sportbar laufen. Der Film wurde 2018 in allen WM-Stadien gezeigt. Gegen Ende des Filmes, exakt an der Stelle an der sich einer der Spieler zu einem der Monitore dreht um Unterstützung einzufordern, wurde dann das zuschauende Publikum live in die TV-Monitore der Sportbar gepostet. So entstand ein direktes Zusammenspiel der Fussball-Legenden mit den Zuschauenden in den WM-Stadien. Mit von der Partie waren die Fussball-Legenden Roberto Carlos (BRA), Iker Casillas (ESP), Marcel Desailly (FRA) und Vítor Baía (PRT). Letzterer wurde am Vorabend des Drehs kurzfristig aufgeboten, da Miroslav Klose (DE) wegen Fiebers kurzfristig absagen musste.

Die Spieler wurden, eigens für den Dreh, nach Portugal eingeflogen, und teilweise noch am selben Tag wieder zurückgeschickt. Das durfte man damals vermutlich noch… ;-) Doch wie es so geht, war das Zeitfenster, das wir mit den einzelnen Spielern,  geschweige denn mit der vollständigen Gruppe, zur Verfügung hatten eigentlich deutlich zu kurz um das vorliegende Drehbuch in bester Qualität und mit der Garantie auf Vollständigkeit wegzudrehen. Trotzdem nahmen wir die Herausforderung an und planten den Dreh, inklusive aller Trickshots im Fussballtisch, bis ins letzte Detail. Zusammen mit meinem 1.AC Philipp Chudalla aus München und einer Crew von lokalen Filmtechnikern drehten wir das Pensum mit viel Schweiss und noch mehr Spass sozusagen auf die Sekunde genau ab. Auf jeden Fall verpasste keine der FIFA-Legenden den Flieger...

Hier gehts zum Werbespot.

Woher holst du dir deine Inspirationen?

Ich hole mir meine Inspiration (ach wie überraschend,) einerseits im Kino und zuhause auf der Leinwand. Sehr wichtig sind mir jedoch auch die vielen, projektbezogenen Gespräche mit den verschiedenen RegisseurInnen während der Entwicklungsphase der jeweiligen Projekte. Oder auch Gespräche und Fragerunden mit StudentInnen während einem Unterrichtsblock. Natürlich lese ich auch Fachliteratur und höre mir Podcasts von erfahrenen BerufskollegInnen an. Hierbei fokussiere ich noch lieber auf künstlerische denn auf technische Inhalte. Kunstbetrachtungen und Museums-Besuche helfen mir, meine Wahrnehmung der Natürlichkeit des Lichtes zu schärfen. Aber am Allerwichtigsten scheint es mir, auch im Alltag stets die Augen und Sinne offenzuhalten. Nicht nur werden wir oft von wunderschönem, natürlichem Licht umgeben, vielmehr steckt das ganze Leben mit seinen unzähligen kleinen und grossen Begegnungen voller Geschichten und Inspirationsquellen.

Welches ist gerade dein Lieblingsequipment?

Ich habe eigentlich keinen Equipment-Fetisch. Aktuell ist wohl der Bierspindel mein liebstes technisches Equipment. Das Messgerät hilft mir dabei, während dem Vergärungsprozess den Alkoholgehalt des Bieres im Auge zu behalten. Natürlich gefällt mir auch der warme und organische Blick mit dem Detailreichtum bis tief in die Schwärzen hinein sowie die natürliche Wiedergabe der Hauttöne meiner ARRI ALEXA MINI LF.

Wo bist du ausserhalb der Arbeit anzutreffen?

Im Garten bei den Hühnern, am Esstisch mit Familie und Freunden, mit meiner Familie unterwegs in der Natur und auf Reisen, in Kinos und Museen und und und...

Wem sollen wir als nächstes die Fünf Fragen stellen?

Steve Walker von safranfilms.ch, weil er einer der gaaaanz wenigen Berner Filmschaffenden in fast exakt meinem Alter ist.


Möchtest auch du die fünf Fragen beantworten?
Schreib uns eine Mail, damit wir dir die Fünf Fragen zusenden können. Wir freuen uns dich kennen zu lernen.